Allgemein · Buchrezension

Buchrezension zu „Medici-Die Macht des Geldes“ von Matteo Strukul

Ich freu mich sehr, dass ich über Lovelybooks (www.lovelybooks.de) an der Leserunde zu „Medici-Die Macht des Geldes“ von Matteo Strukul teilnehmen darf. Zusammen mit 29 weiteren Bücherwürmern durften wir den historischen Roman „testen“.

Pünktlich zum Tag des Buches stelle ich euch heute diesen Roman vor.

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Leseexemplar von „Medici-Die Macht des Geldes“ von Matteo Strukul

Zunächst einmal viele lieben Dank an Lovelybooks und den Goldmann Verlag. Und vielen Dank für das passende „Medici“ – Lesezeichen und den Lesefuchs, der zwar ein Lesezeichen ist, aber auf der Rückseite Platz lässt zur Bewertung des Buches mit Lieblingszitat und Meinung.

Im Original erschien das Buch 2016 unter dem Titel „I Medici. Una dinastia al potere“. Am 20.03.2017 erschien die von Ingrid Exo übersetzte deutsche Erstveröffentlichung.

Klappentexte

„Florenz 1429: Als der Bankier Giovanni de`Medici stirbt, sollen seine Söhne Cosimo und Lorenzo die Leitug von Familie und Geschäft übernehmen. Doch Giovanni hatte mächtige Feinde. Und die Familie degli Albizzi kennt nur ein Ziel: die Vorherrschaft in Florenz übernehmen. Das müssen Cosimo und Lorenzo mit allen Mitteln verhindern…“

Dieser Text verspricht Spannung und das versprochene Netz aus Mord, Intrigen und Verschwörungen.

Etwas ausführlicher ist die Version im Klappentext am Buchanfang:

„Florenz im Februar 1429: Als der Bankier Giovanni de‘ Medici stirbt, hinterlässt er ein enormes Vermögen und ein hervorragend funktionierendes Netzwerk. Seine Söhne Cosimo und Lorenzo sollen gemeinsam die Leitung von Familie und Geschäft übernehmen. „Politisch nüchtern, im eigenen Leben maßvoll zurückhaltend, aber entschlossen im Handeln“ – das sind die fundamentalen Verhaltensregeln, die Giovanni seinen Söhnen sterbend aufträgt. Doch so einfach lässt sich sein letzter Wunsch nicht erfüllen, denn Giovanni hatte mächtige Feinde. Vor allem der verschlagene und blutrünstige Rinaldo degli Albizzi kennt nur ein Ziel: die Vorherrschaft in Florenz zu übernehmen. Und dafür ist ihm jedes Mittel recht …“

Meinung

Der Klappentext und auch das ansprechend gestaltete Cover haben mich dazu bewegt, mich bei der Leserunde von Lovelybooks zu bewerben.

Ich lese durchaus ganz gerne historische Romane, um so auf spannendeweise meine Geschichtswissen mal wieder etwas aufzufrischen. Ausserdem finde ich es besonders spannend, wenn man in der Stadt zum Beispiel schon mal gewesen ist und sich dann das eine oder andere besser bzw. bildlicher vorstellen kann.

Dieser Roman ist sehr durchwachs. Es gibt Kapitel, wo ausführlich Stadt, Land und Leute geschildert werde. Dann gibt es aber auch wieder Kapitel, die sich schlicht in relativ irrelevanten Gesprächen oder sehr detailreichen Beschreibungen, die sich leider in ihrer Wortwahl ähneln, zu Kriegsgeschehnissen verlieren.

Was den historischen Aspekt angeht, hat dieser Roman leider sein Ziel nicht im Ansatz erreicht. Die Jahreszahlen von Geburten, Schlachten und Todesfällen mögen ja noch stimmen, aber ansonsten ist hier vieles nicht am rechten Platz.

Die Geschichte der Medici ist sehr umfassend – keine Frage. Der erste Band spielt von Februar 1429 bis September 1453 und das auf nur 432 Seiten. Das hier viele interessante Aspekte der Geschichte unter die Ränder kommen, war leider zu erwarten und bewahrheitete sich auch. Die Zeitsprünge sind teilweise viel zu groß gewählt. Es fällt sehr schwer in die Geschichte hineinzukommen und sich auch in der Geschichte in die damalige Zeit hineinzuversetzen.

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Stammbaum des Buches „Medici – Die Macht des Geldes“

Was es dem Leser zusätzlich sehr schwer macht, ist die Vielfalt an Namen. Zwar befindet sich am Buchanfang ein Stammbaum, aber für den ersten Teil sind hier lediglich die ersten drei Generationen relevant. Sehr helfen würde dem Leser sicherlich ein Personenverzeichnis – besonders, wenn man mit italienischen Name nicht gerade konform ist 😀 Ebenfalls sehr begrüßenswert wäre eine Landkarte im rückwärtigen Buchumschlag.

Ebenfalls ärgerlich sind die Kapitelüberschriften. Hier wird oftmals der Inhalt verraten, sodass man beinah gewillt ist die kommenden Seiten zu überblättern, weil man eh schon weiß, was passiert. Die Kapitel sind relativ kurz gefasst, was das Lesen an sich ganz angenehm macht. Der Schreibstil ist ebenfalls durchwachsen. Mal findet man relativ kurze und einfache Sätze und dann wieder Diskussionen, die man ohne etwas Hintergrundwissen kaum verstehen kann.

Mich hat das Buch leider sehr enttäuscht und ich hatte wirklich große Schwierigkeiten es zu Ende zu lesen. Bei einem Buch über die Medici hätte ich erwartet, dass diese auch die Hauptprotagonisten des Buches sind. Hier wird den Feinden der Familie Medici faktisch genauso viel Text zugesprochen. Wobei stellenweise die Kapitel über die Feinde deutlich mehr Spannung hergeben als der Rest und damit die noch zu den wenigen Höhepunkten zählen, die zum Weiterlesen animieren.

Weitere Bücher:

Am 15.05.2017 erscheint bereits Teil 2: Medici – Die Kunst der Intrige.

„Florenz 1469. Die Vorbereitungen für die Heirat zwischen Clarice Orsini und Lorenzo de’ Medici laufen auf Hochtouren. Lorenzos Herz gehört eigentlich Lucrezia Donati. Doch er folgt dem Willen seiner Mutter und heiratet die Tochter einer einflussreichen Familie. Zerrissen zwischen seinem Liebesleben und schwierigen politischen Aufgaben, unterschätzt Lorenzo seine Gegner, die alles daransetzen, ihm die Macht über Florenz zu entreißen. Und so gelingt es Girolamo Riario, dem Neffen von Papst Sixtus IV., eine weitreichende Verschwörung anzustiften. Vor Lorenzos Augen wird sein Bruder Giuliano brutal ermordet. Damit beginnt eine Zeit der Gewalt und der Rache, die noch lange anhalten wird …“

Am 17.07.2017 erscheint dann der dritte und letzte Teil: Medici – Das Blut der Königin.

Hier die Kurzbeschreibung: „Frankreich 1536. In ihrem Schwiegervater Franz I., König von Frankreich, hat Caterina de‘ Medici einen starken Fürsprecher. Doch sie fühlt sich schwach, weil sie ihrem Mann Heinrich keine Nachkommen schenkt. Überzeugt davon, Opfer eines Fluches zu sein, bittet sie Nostradamus um Hilfe. Und tatsächlich wird sie bald danach schwanger und bekommt einen Sohn. Als Franz I. stirbt, wird Heinrich König von Frankreich und Caterina somit Königin. Im aufflammenden Religionskrieg zwischen Katholiken und Hugenotten schmiedet Caterina jedoch gefährliche Allianzen. Der Konflikt mündet schließlich in der blutigen Bartholomäusnacht. Und als ihr Mann Heinrich II. kurz darauf stirbt, steht Caterina allein und schutzlos da …“

Teil 2 und 3 werde ich sicherlich nicht lesen!

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